Wir freuen uns, Ihnen eine neue Veröffentlichung im „Journal of Competition Law & Economics“ vorstellen zu dürfen, die sich mit einer der drängendsten Fragen der digitalen Regulierung befasst: Ist der Digital Markets Act (DMA) für die nächste Welle des technologischen Wandels gerüstet?
Die Veröffentlichung leistet einen Beitrag zur laufenden politischen Debatte über die Überprüfung des DMA und bietet Orientierungshilfen dazu, wie bestehende Regulierungsrahmen angesichts sich rasch entwickelnder, KI-getriebener Märkte ihre Wirksamkeit bewahren können. Konkret untersucht der Artikel „How Future-Proof is the DMA? A Case Study of AI Agents“, ob der DMA – ursprünglich konzipiert, um etablierte Wettbewerbsprobleme auf digitalen Märkten anzugehen – neue Technologien wie agentische KI wirksam regeln kann. Diese KI-Systeme, die sich durch zunehmende Autonomie und Entscheidungsfähigkeit auszeichnen, haben das Potenzial, sowohl bestehende Gatekeeper herauszufordern als auch selbst zu Gatekeepern zu werden.
Die Studie analysiert die Kernkomponenten von KI-Agenten, identifiziert zentrale wettbewerbsrechtliche Bedenken (einschließlich der Gefahr der Marktabschottung) und bewertet, ob solche Systeme als zentrale Plattformdienste in den Anwendungsbereich der DMA fallen. Darüber hinaus wird untersucht, ob die Verpflichtungen der Verordnung in diesem neuen technologischen Kontext weiterhin sinnvoll sind. Die zentrale Erkenntnis ist, dass die DMA überraschend zukunftssicher ist, während gezielte Klarstellungen und Anpassungen ihre Wirksamkeit und Rechtssicherheit weiter stärken könnten.
Die Studie ist das Ergebnis einer interdisziplinären und internationalen Zusammenarbeit zwischen Professor Friso Bostoen (Universität Tilburg, Rechtswissenschaften) und Professor Jan Krämer (Universität Passau, Wirtschaftsinformatik), in der rechtliche und wirtschaftliche Perspektiven zur Plattformregulierung miteinander verbunden werden.