Wir freuen uns, bekannt geben zu dürfen, dass unser Beitrag „Enabling Competition Through Standardisation: Insights on Adversarial Standard Setting from the EU’s Interoperability Regulation“ zur Veröffentlichung im Journal of Competition Law and Economics angenommen wurde.
Der Beitrag untersucht, wie der Digital Markets Act (DMA) und der Data Act der EU die Europäische Kommission dazu befähigen, Interoperabilitätsstandards – beispielsweise für Messaging-Apps und Cloud-Dienste – als Instrument zur Stärkung des Wettbewerbs auf digitalen Märkten durchzusetzen. Ein zentraler Beitrag ist das Konzept der konfrontativen Normsetzung: Im Gegensatz zu traditionellen Normungskontexten haben etablierte Plattformen starke Anreize, sich gegen gemeinsame Standards zu wehren, während Konkurrenten davon profitieren können, was zu einer grundlegend konfliktreichen Situation führt, für deren Bewältigung bestehende Institutionen nicht ausgelegt sind. Vor diesem Hintergrund bewertet der Beitrag die beiden Hauptansätze der Europäischen Kommission – die Delegation der Normsetzung an europäische Normungsorganisationen (ESOs) oder die interne Entwicklung von Standards – und vergleicht deren Machbarkeit und Wirksamkeit bei der Förderung von Wettbewerb und Wettbewerbsfähigkeit auf digitalen Märkten.
Die Studie ist das Ergebnis einer wahrhaft interdisziplinären Zusammenarbeit, die durch die Förderung des Bayerischen Forschungsinstituts für digitale Transformation (bidt) – Projekt Resiliente Regulierung digitaler Märkte (RESREG) ermöglicht wurde und Fachwissen aus den Bereichen Recht, Wirtschaft und Informationssysteme zusammenführt. Die Autoren sind Leonie Ott und Prof. Dr. Thomas Ackermann (beide LMU München) sowie Dr. Marcin Roter und Prof. Dr. Jan Krämer (beide Universität Passau). Dieser interdisziplinäre Ansatz spiegelt den von Natur aus vielschichtigen Charakter der digitalen Regulierung wider, die an der Schnittstelle zwischen rechtlichen Rahmenbedingungen, Marktdynamik und technologischer Gestaltung angesiedelt ist.